Kaffeeklatsch mit Wissenschaft: Andesit im Berliner Naturkundemuseum

Immer am ersten Sonntag im Monat lädt das Naturkundemuseum Berlin zum "Kaffeeklatsch mit Wissenschaft": Ein/e Wissenschaftler/in berichtet in lockerer Form über seine/ihre Arbeit – bei Kaffee und Keksen.

Am Sonntag, 2. Februar war der Potsdamer Mineraloge Uwe Altenberger beim Kaffeeklatsch und präsentierte das Gestein des Jahres 2020: Andesit. Den zwei nachmittäglichen Gesprächsrunden folgten insgesamt 80 Interessierte – ein erfolgreicher Auftakt der Veranstaltungen zum Gestein des Jahres 2020.

Andesit ist ein Vulkangestein, ein sogenannter "intermediärer" Vulkanit, weil er einen mittleren SiO2-Anteil aufweist; das zähflüssige Magma wird dabei in durchaus explosiven Eruptionen gefördert. Uwe Altenberger beschrieb anschaulich, wie Andesite vor allem bei der Subduktion von Erdkrustenplatten unter andere Platten entstehen, vor allem natürlich in den Anden, von denen das Gestein seinen Namen hat. Andesite in Deutschland (s. unten) gehen auf viel ältere Gebirgsbildungen zurück, sind durch spätere Umbildungen heute überwiegend rot und werden vor allem zu Schotter und Splitt verarbeitet.

BDG und GeoUnion hatten die Akteure (MfN und den Referenten) dieses gelungenen Nachmittags zusammengebracht.

Foto: MfN

Das Gestein des Jahres 2020 ist: der Andesit

Das Kuratorium "Gestein des Jahres" des Berufsverbands deutscher Geowissenschaftler e.V. hat den Andesit zum Gestein des Jahres 2020 erklärt.

Nach dem Schiefer, einem Metamorphiten, im Jahr 2019 wird damit 2020 wieder ein vulkanisches Gestein ein Jahr lang besonders hervorgehoben.

BDG und die weiteren am Projekt beteiligten Einrichtungen der Geowissenschaften werden zum Andesit ein Faltblatt und ein Plakat herausgeben und eine ganze Reihe von Veranstaltungen durchführen. 

Der Andesit ist ein sogenannter intermediärer Vulkanit. Entstanden ist er vor allem bei der Bildung von Schichtvulkanen bei der Kollision von ozeanischer und kontinentaler Platte, z.B. in den Anden Südamerikas (daher auch der Name). Als Ergebnis früherer Gebirgsbildungsphasen kommt der Andesit aber auch in Deutschland vor, wo er als Hartgestein zur Schottergewinnung abgebaut wird. 

Mehr zum Andesit als Gestein des Jahres: hier

Pressemitteilung des BDG

Foto: Andesit-Rose im Steinbruch Hellerberg, Saarland. Foto: Achim Später, GIS-Dienstleistungen und Konzepte (mit freundlicher Genehmigung)

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Der Boden des Jahres 2020: Wattboden

Alljährlich wird am Welttag des Bodens, am 5. Dezember, der Boden des Folgejahres gekürt: 2020 ist der Wattboden der "Boden des Jahres. Schirmherr der Jahresaktion ist dieses Mal Hamburg, nachdem Sachsen 2019 die Schirmherrschaft für den "Kippenboden" hatte. Die Festveranstaltung fand am 4. Dezember in der Hamburgischen Landesvertretung in Berlin statt.

Mit dem Wattboden wird auch der einzigartige Ökosystemtyp Watt thematisiert. Es ist einerseits hochproduktiv, andererseits vielfältigen Bedrohungen unterworfen. Die Wattflächen an der Nordseeküste vor Deutschland und den Nachbarländern gehören zu den größten der Erde.

Mehr Informationen: https://www.hamburg.de/boden-des-jahres
Foto: Hamburg, Behörde für Umwelt und Energie
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Geodiversität – Geoerbe – Geoerbeschutz: Ergebnisse einer gelungenen Veranstaltung in Wetzlar

Die Hessische Naturschutz-Akademie und die GeoUnion Alfred-Wegener-Stiftung hatten gemeinsam eingeladen zu einer eintägigen Konferenz zu „Steine sind auch Natur. Zum Schutz des geologischen Erbes im Naturschutz“. Die Tagung fand am Freitag, 29. November im Haus der Hessischen Naturschutz-Akademie in Wetzlar statt. 35 Fachleute fanden sich dazu ein. Gemeinsam trugen sie zusammen, was im Geotopschutz bereits unternommen wird, aber was auch noch weiterzuentwic-keln ist. Die Teilnehmer waren sich einig darin, dass das geologische Erbe in der Naturschutzgesetzgebung und in der Naturschutzpraxis noch zu wenig berück-sichtigt wird. Wie künftig Geotope und Geoparks als Schlüsselelemente des Geo-erbeschutzes im Naturschutz und in anderen Handlungsbereichen öffentlicher Aufgaben behandelt werden sollen, dazu soll eine Arbeitsgruppe Vorschläge entwickeln. Ausführliche Berichte folgen.

Das Programm der Konferenz finden Sie hier.  

Foto: Wutachschlucht im Schwarzwald (Muschelkalk); Foto: GeoUnion

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Neu erschienen: GeoUnion aktuell Nr. 8 – Sommer 2019

mit Berichten über die Humboldt-Tagung an der Leopoldina in Halle, über Neues aus den Nationalen GeoParks in Deutschland und verschiedene weitere Aktivitäten der geowissenschaftlichen Öffentlichkeitsarbeit – vor allem: Schiefer, Gestein des Jahres 2019. Und: aktuelle Termine. 

Online verfügbar: Hier
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Neu erschienen: Kinderhörspiel zu Vulkanen

"Schlau wie 4" ist eine Serie von Wissens-Hörspielen des EUROPA-Labels (bei Sony Music Entertainment). In der neuen Folge geht es um Vulkane. Bei der Produktion haben sich die Autorinnen von Wissenschaftlern beraten lassen. Die GeoUnion und insbesondere der Vulkanologe Lothar Viereck (Deutsche Vulkanologische Gesellschaft) halfen mit kritischen Kommentaren und inhaltlichen Anregungen. Das Produkt ist sehr schön geworden: Empfehlenswert für Hörer/-innen ab 6 Jahre. 

Verschiedene Bezugsquellen (zum Beispiel: hier)

(Die Stadtbibliothek Tübingen-Derendingen hat die CD schon angeschafft.) __________________________________________________________________

 

From von Humboldt into the Anthropocene

Erfolgreiche Konferenz zu Alexander von Humboldt und die geo-/biowissenschaftliche Erdsystemforschung an der Leopoldina 

Halle/Saale, 21.-22. Juni 2019 

 

Rund 120 Experten/-innen aus Wissenschaft und Wissenschaftskommunikation trafen sich in den exzellent ausgestatteten Tagungsräumen der Leopoldina in Halle aus Anlass des 250. Geburtstages des großen Naturforschers. Die Tagung wurde zu einem höchst gelungenen Gedankenaustausch zwischen Vertretern/innen der Geo- und Biowissenschaften einerseits und der Wissenschaftsgeschichte und Wissenschaftskommunikation andererseits, bei dem viele viel voneinander gelernt haben.

Die lebhafte Diskussion wurde darüber hinaus auch durch die internationale Zusammensetzung des Vortragendenkreises befördert; neben führenden deutschen Geo-Bio-Wissenschaftlern wie Volker Mosbrugger (Senckenberg) und Johannes Vogel (Naturkundemuseum Berlin) traten Fachwissenschaftler/-innen aus Holland, der Schweiz, Dänemark, der Türkei, den USA und Argentinien auf. Die Vortrags- und Diskussionsfolge wurde in bekanntermaßen gewinnender Weise geleitet von Manfred Strecker, Geologieprofessor in Potsdam, Mitglied der Leopoldina und Präsident der GeoUnion Alfred-Wegener-Stiftung.

Eröffnet wurde das Symposium durch einen öffentlichen Abendvortrag der Londoner Humboldt-Biographin Andrea Wulf.

Ein Interview des Deutschlandfunks mit Prof. Manfred Strecker finden Sie hier.

Einen ausführlicheren Bericht finden Sie: hier
Eine Publikation der Beiträge wird vorbereitet.

Info-Faltblatt: hier            

Manfred Strecker, Präsident der GeoUnion, am Pult der Leopoldina
(Fotos: GeoUnion)
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Aktuelles

03.02.2020

Hört auf die Wissenschaft

Vier große naturwissenschaftliche Fachgesellschaften in Deutschland fordern von Politik und Wirtschaft energische Maßnahmen gegen den Klimawandel.

mehr

19.07.2019

Neues GEO-Welterbe in Deutschland

Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří (Deutschland und Tschechische Republik) seit 6. Juli UNESCO-Weltkulturerbe

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29.04.2019

Schulgeographie betont Bedeutung des Klimawandels im Schulunterricht

Pressemitteilung des Verbandes Deutscher Schulgeographen VDSG und der Deutschen Gesellschaft für Geographie weist auf das fachliche Angebot der (Schul-)Geographie zum Klimawandel hin.

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08.04.2019

Neue Höhle im Bergischen Land entdeckt

Engelskirchener "Windloch" entpuppt sich als weitverzweigtes Höhlensystem.

mehr

02.04.2019

Georgi-Preis an Prof. Sarah C. Jones vom Deutschen Wetterdienst

Auf der DACH-Jahrestagung der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft in Garmisch-Partenkirchen wurde der Georgi-Preis an die DWD-Wissenschaftlerin verliehen.

mehr

Gesteinskunde-Kinderbuch neu erschienen

"Steine, Minerale und Fossilien" aus der Reihe NaturDetektive des circonverlags in aktualisierter und erweiteter Neuausgabe publiziert

Die neue Fassung ist noch schöner geworden als die Erstausgabe: Liebevoll konzipiert und geschrieben von Martina Rüter, mit sehr gelungenen Abbildungen von Ilonka Baberg und ganz hervorragenden Fotos ausgestattet, ist dieses Lehrbüchlein für die Altersgruppe 7-12 jetzt das Standardwerk für alle Wissbegierigen in Sachen Gesteinskunde (.. und weit über 12 Jahre hinaus). – Empfehlenswert!

96 Seiten, € 8.99, überall im Buchhandel

Mehr dazu: hier

 

Die GeoUnion

Die GeoUnion Alfred-Wegener-Stiftung ist derZusammenschluss der geowissenschaftlichen Vereinigungen in Deutschland. 1980 als “Alfred-Wegener-Stiftung zur Förderung der Geowissenschaften (AWS)” gegründet, erfolgte 2004 die Umbenennung in “GeoUnion Alfred-Wegener-Stiftung”. Die Stiftung wurde nach dem bedeutenden deutschen Polarforscher Alfred Wegener (1880-1930) benannt, der mit seiner bahnbrechenden Hypothese von der Kontinentaldrift den Grundstein für unser heutiges Weltbild einer dynamischen Erde gelegt hat. Sie wird von derzeit 34 geowissenschaftlich orientierten Organisationen (Trägereinrichtungen) getragen und repräsentiert über 50.000 Mitglieder.

Mehr über die GeoUnion Alfred-Wegener-Stiftung



 
 
 
 
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