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Das Gestein des Jahres 2025: Ton

Eine Tongrube im Westerwald, Foto: Jan Bosch

Es erscheint überraschend, dass Ton ein Gestein ist. Aber so ist es. Neben den Festgesteinen (Granit, Basalt, Gneis, Sandstein ...), die wir sicher eher mit „Steinen“ assoziieren, gibt es unter den Gesteinen auch die weniger festen Lockergesteine wie Sand, Schluff, Kies und eben auch den knet- und formbaren Ton.

Ton gehört zu den wenig verfestigten Sedimentgesteinen und besteht hauptsächlich aus feinstem Material (als Ton gelten Partikel < 2 μm), vor allem den Tonmineralen, besonderen Schichtsilikaten mit ebenso besonderen Eigenschaften. Ton entsteht durch Ablagerung in Stillwasserbereichen der Meere oder auf dem Kontinent oder auch durch Verwitterung, insbesondere chemische Verwitterung, die zur Bildung insbesondere der Tonminerale Kaolinit und Montmorillonit führt. Dass Ton mit zu den ältesten und wichtigsten Roh- und Werkstoffen der Menschheit gehört, liegt an den besonderen Eigenschaften des Materials: Ton ist quellfähig und bei einem ausreichenden Wassergehalt plastisch verformbar. Wenn der geformte Ton dann getrocknet wird, ist er haltbar. Auf diese Weise bilden getrocknete Lehmziegel einen wichtigen Baustoff in vielen Teilen der Welt. Stabiler und belastbarer noch ist gebrannter Ton – aufgrund der mineralogisch-texturellen Umwandlungen beim Brennvorgang. Produkte aus gebranntem Ton werden zusammenfassend als Keramik bezeichnet. Seit Menschengedenken ist Ton der Rohstoff für Haushaltsgefäße und Baumaterial (Kacheln, Fliesen, Ziegel). Die aktuelle High-Tech-Keramik entwickelt darüber hinaus immer neue Werkstoffe für höchst spezielle Anwendungen, z. B. als Isolatoren in der Elektrotechnik. Ton überrascht einmal mehr als ganz besonderer Stoff. 

Die Aktion „Gestein des Jahres“ ist eine Initiative des Berufsverbands Deutscher Geowissenschaftler (BDG). 

Mehr dazu: hier. 

Die GeoUnion bietet auch 2025 einen Vortrag zum Gestein des Jahres – Ton – an. Termine können vereinbart werden.

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