Deutscher Rohstoffeffizienz-Preis verliehen

16.02.2018

Hochkarätige Veranstaltung im Bundeswirtschaftsministerium am 25. Januar 2018

Am Donnerstag, 25. Januar 2018, wurde im Wirtschaftsministerium der alljährlich zu vergebende Deutsche Rohstoffeffizienz-Preis verliehen. Vor der eigentlichen Verleihung gab es eine exzellent besetzte Vortragsveranstaltung rund um das wichtige Thema: Die Rohstoffwende ist so wichtig wie die Klimawende. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, wo zwischen alter (und neuer) Industriegesellschaft und Digitalisierung die Rohstoffeffizienz (und damit auch die Nachhaltigkeit) eine Chance hat.

Von wegen Dematerialisierung! In ihrem hervorragenden Überblick über den aktuellen ökologischen Fußabdruck der Informations- und Kommunikationsgesellschaft stellte Cornelia Szyszkowitz (Deutsche Telekom Technik GmbH) die Situation anschaulich dar: Weltweit summiert sich der jährlich entstehende Elektroschrott auf 44,7 Eiffeltürme (Gewichtsäquivalent), in Deutschland sind das 23,1 kg pro Einwohner; und es gilt: www – wird weiter wachsen. Mehr Gerätearten, mehr Geräte, neue digitale Produkte, wie z.B. jetzt „smart textiles“. Weltweit wurden allein im Jahr 2016 1473 Millionen Handys verkauft. Und über 100 Millionen Altgeräte liegen in deutschen Schubladen. Sammlung, Recycling und Reparatur stehen erst am Anfang (aber auch darum kümmert sich die Telekom)!. Weitere Vorträge widmeten sich den Liefer- und Preisrisiken bei Rohstoffen, der Entwicklung im Leichtbau (carbonfaserverstärkte Kunststoffe sparen Gewicht [gut], sind gegenwärtig aber noch nicht recyclingfähig [schlecht]) und der Bleibatterie als „Best Practice“ im Recycling.

Um ganz grundsätzliche Fragen des Ressourcenmanagements ging es dann in den Vorträgen von Martin Stuchtey und Martin Faulstich, letzterer ein weiterer Höhepunkt an diesem Tag: Der Ingenieur und Ex-Leiter des Sachverständigenrats für Umweltfragen, stellte anschaulich dar, warum die „Rohstoffwende“ so schwierig ist: vor allem, weil der Rebound-Effekt aktuell alle positiven Reduktionsansätze zunichte macht. Zuvor hatte Martin Stuchtey ebenfalls eindrucksvoll Analysen und Lösungsansätze für das Ressourcenmanagement aufgezeigt, dabei im besten McKinsey-Stil höchst eloquent (und mit englischsprachigen Folien, die noch vom Vortagsauftritt in Davos kündeten) und nicht ohne den damit häufig einhergehenden Hauch von Bluff (z.B.: Thomas S. Kuhn groß propagiert – aber dann den Titel des [www!] wichtigen wissenschaftstheoretischen Werkes  falsch wiedergegeben).

Der Deutsche Rohstoffeffizienzpreis ging u.a. an die bayrische Firma BTS GmbH, die auf die Idee (eigentlich schlicht, aber genial) kam, kaputte Turbolader von Kfz-Werkstätten einzusammeln, zu reparieren (meistens ist nur eine einzige Welle defekt) und wiederzuverkaufen – mit Erfolg. Gute Wahl! Verantwortlich für die gelungene Veranstaltung war die Deutsche Rohstoffagentur (DERA), eine Abteilung der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe BGR.

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Foto: © BGR/raum 11

 
 
 
 
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